Menschenrechte und Ethik in der Wissenschaft stärken

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz engagieren sich auf verschiedene Weise in den Bereichen Menschenrechte und Ethik.
 

Menschenrechte

Die oder «Delegierte für Menschenrechte» der Akademien der Wissenschaften Schweiz arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Menschenrechten. Martina Caroni, Professorin für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht an der Universität Luzern übt diese Funktion seit 2017 aus. Die Delegierte interveniert im Fall von Menschenrechtsverletzungen gegen Forschende aufgrund von deren wissenschaftlicher Tätigkeit und sie fördert die Bedeutung der Menschenrechte in der Wissenschaft. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Partnern national (Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte SKMR, Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Scholars at Risk Switzerland) und international (International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies, entsprechende Organe ausländischer Akademien).
 
Workshop «Ethische und rechtliche Verantwortung in internationaler Forschung», Bern, April 2016
 
International tätige Forschende können mit schwierigen ethischen oder juristischen Fragen konfrontiert werden – etwa bei der Zusammenarbeit mit korrupten politischen Strukturen vor Ort, bei der Mitarbeit an aus zweifelhaften Ressourcen finanzierten Projekten oder bei der Zusammenarbeit mit Forschenden in mit internationalen Sanktionen belegten Ländern. Ausgehend von einem Bericht der niederländischen Akademie der Wissenschaften thematisierte dieses Symposium Verantwortung in internationaler Forschung anhand konkreter Fallbeispiele.
 
Internationale Konferenz «The Human Right to Science», Bern, Mai 2015
 
Wissenschafter haben ein Recht auf Menschenrechte – aber Menschen haben auch ein Recht auf wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Anwendungen. Diese Konferenz thematisierte «The Human Right to Science» am Beispiel von Saatgutforschung und -politik. Hauptreferentin war Farida Shaheed, die Sonderberichterstatterin der UNO zu kulturellen Rechten.
 
Siehe  auch:
 

Ethik

Im Rahmen ihres Schwerpunktthemas «Wissenschaftliche Integrität» engagieren sich die Akademien der Wissenschaften Schweiz auch international.

Europa: als Teil ihrer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe «Science and Ethics» der All European Academies (ALLEA) waren die Akademien der Wissenschaften Schweiz federführend beim Statements zur privaten Finanzierung im Wissenschaftsbetrieb (2015).

Global: von Oktober 2010 bis April 2016 unterstützten sie das «Committee on Freedom and Responsibility in the conduct of Science» des International Council for Science (ICSU). Ausgehend von der von diesem Komitee 2011 organisierten wissenschaftlichen Tagung zu «Private sector – academia interactions» führten die Akademien der Akademien Schweiz 2012 den Workshop «Das Spannungsverhältnis von Wissenschaft und Industrie am Beispiel des Sponsoring von Lehrstühlen» durch. Daraus resultierte das oben genannte ALLEA-Statement.
 

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